Salvete!
Herzlich Willkommen auf der Homepage der Elisabeth-Lebek-Stiftung Lebendiges Latein e.V.!
Wir freuen uns über Ihr Interesse an unserer Stiftung, die es sich vornehmlich zur Aufgabe gemacht hat, Schülerinnen und Schüler zu motivieren, sich über den Fachunterricht hinaus mit Latein und der durch Latein vermittelten europäischen Kultur zu beschäftigen. Gefördert werden sollen Schülerinnen und Schüler, die auf dem Gebiet der lateinischen Sprache und Literatur außergewöhnliche Leistungen erbringen.
Wir möchten Ihnen die Möglichkeit geben, sich insbesondere über die Ziele der Stiftung sowie über die von der Stiftung unterstützten Wettbewerbe zu informieren.
Kennenlernen können Sie auch die Personen, die mit der Stiftung sowie dem Förderverein verbunden sind, allen voran die Namensgeberin und Gründerin der Stiftung, Elisabeth Lebek, sowie die Mitglieder des Vorstandes.
Vorstellen möchten wir Ihnen auch einige der Preisträgerinnen und Preisträger, die von der Elisabeth-Lebek-Stiftung ausgezeichnet wurden. Vielleicht mögen Sie auch gedanklich eine Reise zu antiken römischen Stätten des Imperium Romanum unternehmen; die von Schülerinnen und Schülern verfassten Reisberichte laden hierzu ein.
Nicht zuletzt möchten wir Sie noch hinweisen auf unseren Förderverein. Die Struktur der Stiftung als Förderverein ermöglicht es Mitgliedern über die finanzielle Unterstützung hinaus, die Stiftung aktiv mitzugestalten und Projektideen einzubringen. Informationen zu Möglichkeiten Ihrer Unterstützung finden Sie hier.
Sollten Sie Fragen oder Anregungen haben, können Sie auf diesem Weg
Klöster als Zentren von Bildung und lateinischer Sprache. Die Elisabeth-Lebek-Stiftung lädt zur Ina-Rogge-Lateinakademie ein

Fide in te!
In Gedenken an die Lateinlehrerin und Fachleiterin Ina Rogge, der nach ihrem Leitspruch „Fide in te. Jede·r hat eine Perle in sich.“ eine ganzheitliche Förderung junger Menschen am Herzen lag, veranstaltet die Elisabeth-Lebek-Stiftung Lebendiges Latein e.V. für besonders motivierte und leistungsfähige Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10 und EF an Gymnasien und Gesamtschulen der Bezirksregierung Köln sowie für die Erst- und Zweitplatzierten des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen SOLO Latein NRW des Jahres 2026 eine Lateinakademie zum Thema „Klöster als Zentren von Bildung und lateinischer Sprache“.
Diese Ina-Rogge-Lateinakademie wird vom 20.-21. Februar 2027 in der Jugendherberge Köln-Deutz stattfinden. Die Teilnehmenden werden dabei die Möglichkeit haben, in kleinen Gruppen - begleitet von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Hochschulen sowie von erfahrenen Lehrkräften aus Nordrhein-Westfalen - zu einem der folgenden Projekte zu arbeiten:
Projekt 1: Karl, der Große - ein typischer Herrscher? Biografische Streiflichter
Die „Vita Karoli Magni“, die Biografie Karls des Großen, ist das wohl bekannteste Werk des fränkischen (Laien-)Abts Einhard. In diesem literarischen Werk der Renaissance beschreibt der Gelehrte zunächst die Taten Karls, insbesondere die von ihm geführten Kriege sowie seine Bauten. Er zeichnet aber auch ein lebendiges Bild Karls als Menschen – und dieses wollen wir uns genauer anschauen. Wie sah Karl eigentlich aus? Wie können wir uns seinen Alltag vorstellen? Welche Lebensgewohnheiten hatte er? Hatte er Hobbys? Welche Rolle spielte seine Familie für ihn? War er selbst eigentlich gebildet? Was lernten die Königskinder? Und nicht zuletzt stellen sich die Fragen: Warum zeigt Einhard diese „private“ Seite des Kaisers? Entspricht das Bild, das Einhard entwirft, der Vorstellung eines typischen Herrschers? Gibt es eine solche heute überhaupt noch?
Projekt 2: Vom Brief zur Edition
Einhard (um 770-840) war nicht nur Autor der berühmten Vita Karoli Magni, sondern auch der Verfasser von über 70 Briefen, die er als einflussreicher Berater der karolingischen Könige und als vielbeschäftigter Abt schrieb. Diese Briefe dokumentieren nicht nur den Alltag und das Leben der Reichen und Mächtigen, sondern auch das Leben der mittelalterlichen Menschen aus einfachen Verhältnissen. Über welche Themen schrieb Einhard? Mit wem korrespondierte er und auf welche Fragen und Probleme seiner Zeit antwortete er? Neben solchen inhaltlichen Aspekten interessiert uns auch die Überlieferung der Briefe. Wie sind die Texte heute noch verfügbar? Können wir die Briefe aus einer Handschrift des 9. Jahrhunderts überhaupt lesen? Und welche Arbeitsschritte sind nötig, um einen mittelalterlichen Brief in einer modernen Textfassung zur Verfügung zu stellen?
Projekt 3: Karl im Fegefeuer: Klöster als Entstehungsorte von Visionsliteratur
Der Reichenauer Mönch Heito schrieb um 824/25 eine Traumvision über das Jenseits auf, von der ihm sein Mitbruder Wetti kurz vor seinem Tod berichtet hatte. In dieser Vision sah Wetti sein eigenes Ende, aber auch das Schicksal bekannter Zeitgenossen im Jenseits. Dieser auf den ersten Blick merkwürdige Text kann uns Einblicke in das Denken und Fühlen, Bangen und Hoffen der mittelalterlichen Menschen geben. Welche Vorstellung von einem Leben nach dem Tod wird hier vermittelt? Wieso konnte ein mächtiger Herrscher wie Karl der Große im Fegefeuer landen? Welche Rolle spielte es, dass Heito als Mönch diesen Text verfasste? Gleichzeitig stellt die Visio Wettini aber auch Fragen an uns heute: Was gehört zu einem gelingenden Leben? Was verstehen wir unter dem Jenseits? Ist das Jüngste Gericht für uns ein Ort des Richtens und der Gerechtigkeit oder ein Ort der Hoffnung?
Projekt 4: Führungskompetenzen früher und heute. Die Regula Benedicti als Leitlinie für Führungskräfte unserer Zeit?
Um das Jahr 540 verfasst Benedikt von Nursia die Regula Benedicti, in der er in 73 Kapiteln die Ordnung für das monastische Leben des Benediktinerordens festlegt. Benedikt selbst sah darin eine „Regel für Anfänger“. Wer sich mit den in der Regula Benedicti thematisierten Werten auseinandersetzt, erkennt schnell, dass dieser Text auch für Nichtmönche eine Richtschnur für das Leben sein kann. Das Projekt möchte beispielhaft genau diesen Fragen nachspüren. Welche Werte werden thematisiert? Welche antiken und philosophischen Vorbilder gibt es? Was soll einen Abt als Führungspersönlichkeit eines Klosters auszeichnen? Wie wurde dieser Text rezipiert und im jeweiligen historischen Kontext konkretisiert? Lassen sich diese Kriterien auf unsere Zeit und heute gefragte Führungskompetenzen übertragen?
Neben der inhaltlichen Arbeit steht eine Exkursion zur Handschriftenabteilung der Erzbischöflichen Diözesan- und Dombibliothek Köln auf dem Programm, um Originalhandschriften aus karolingischer Zeit und den Umgang mit diesen kennenzulernen.
Die Anmeldung für die Ina-Rogge-Lateinakademie erfolgt entweder durch einen Schulvorschlag oder bei den Erst- und Zweitplatzierten des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen SOLO 2026 durch eine Eigenbewerbung unter folgendem Link.
Anmeldung
Weitere Informationen zur Akademie finden Sie in unserem Flyer, der gerne heruntergeladen und an interessierte Schülerinnen und Schüler weitergereicht werden kann.
Wir würden uns über zahlreiche Bewerbungen freuen.
Zwischen Argentoratum und Mare Nostrum – eine Reise durch Frankreich und Italien. Ein Reisebericht von Frieda Oesemann
Von Stendal über Straßburg und die französische Mittelmeerküste bis nach Genua und schließlich wieder zurück: Mit einem Interrail-Ticket habe ich mich auf eine Reise begeben, die für mich weit mehr war als nur ein Sommerurlaub. Der Reisepreis der Elisabeth-Lebek-Stiftung ermöglichte mir, europäische Kulturgeschichte nicht nur aus Büchern und lateinischen Texten kennenzulernen, sondern sie unmittelbar vor Ort zu erleben.
In Straßburg begegnete mir mit Argentoratum zunächst die römische Vergangenheit, während die französische Gegenwart von gotischen Kathedralen, klassizistischen Bauwerken und provenzalischer Lebensart geprägt war. Nach acht Tagen an der Mittelmeerküste ging es weiter nach Genua – in eine Stadt, deren Geschichte untrennbar mit dem Meer, Handel und der ehemaligen Seerepublik verbunden ist. Zwischen Palazzi, Brunnen, Kunst und lateinischen Inschriften wurde die Reise schließlich auch zu einer ganz persönlichen Vorbereitung auf mein im Oktober beginnendes Lehramtsstudium für Latein.
Kommen Sie mit auf meine Reise zum Mittelmeer (PDF).
Mit Interrail durch Frankreich und Spanien

2025 wurde Paul Meling in Kiel für seine Leistungen im Finale des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen SOLO Plus mit dem Reisepreis der Elisabeth-Lebek-Stiftung ausgezeichnet. Nun machte er sich per Interrail auf die Spuren römischen Lebens in Frankreich und Spanien. Lesen Sie einen spannenden Bericht über eine 17tägige Reise, während der Paul Meling 5300 Kilometer in 47 Stunden reiner Fahrzeit zurücklegte. Wir wünschen viel Freude bei der Lektüre.
Preisträgerin Keti Danai Mantzaridou stellt sich vor
Im März 2026 zeichnete die Elisabeth-Lebek-Stiftung Lebendiges Latein e.V. im Finale des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen SOLO Plus Keti Danai Mantzaridou für ihre Leistungen im Fach Latein aus. Heute stellt sie sich Ihnen vor:
Dass die Beschäftigung mit Latein ein großes Geschenk ist, lässt sich unschwer am literarischen Schatz erkennen, der uns über die Jahrtausende hinweg erhalten ist. Auch ich, Keti Danai Mantzaridou, 18 Jahre alt und in der 12 Klasse des Karlsgymnasiums München, erfreue mich seit der fünften Klasse regelmäßig an der Schönheit der lateinischen Sprache und der Auseinandersetzung mit ihr.
Meine Begeisterung für Latein war es, die mich zu dem Bundeswettbewerb Fremdsprachen SOLO Plus führte und nach Bestehen der ersten Runde auch im Finale mit spannenden Sprachaufgaben versorgte. In meiner ersten Wettbewerbssprache - selbstverständlich Latein - war unter anderem anhand großer Autoren wie Ovid, Cicero, Seneca oder Livius eine Reflexion über das Wesen des Menschen und dessen Alleinstellungsmerkmale gefragt, nicht zuletzt angesichts der zunehmenden Bedeutung der künstlichen Intelligenz. Die Elisabeth-Lebek-Stiftung belohnte meine Leistung in der Endrunde mit dem Sonderpreis für Latein, dank welchem mich nun eine Reise innerhalb der Grenzen des Imperium Romanum erwartet. Da die Römer mit der Ausdehnung ihres Reichs nicht zimperlich waren, steht mir nun eine breite Auswahl offen, aus der mich besonders die Provence und der Süden Italiens - genauer Neapel, Herkulaneum und Pompei - anlachen und sich als Hauptziele meiner anstehenden Reise herauskristallisiert haben. Diese möchte nach meinem Abitur 2027 antreten und freue mich bereits jetzt auf vielseitige Eindrücke und Anregungen, nicht ohne authentische mediterrane Kost.
Mein Studium möchte ich ganz den alten Sprachen widmen und dem Beispiel meiner Latein- und Griechischlehrkräfte folgen, die mich besonders geprägt haben und dies noch immer tun. Dem oft gehörten „Was bringen dir diese toten Sprachen?“ möchte ich auch in meinem Beruf entgegensetzen, dass Latein und Griechisch weder nutzlos noch tot und weit mehr sind als alte Bausteine, die es zu einer Übersetzung mal mehr, mal weniger mühevoll zusammenzupuzzeln gilt. Sie vermitteln uns zeitlose Werte, die das Fundament europäischen Denkens darstellen, uns seit damals lehren und noch heute in uns leben.

Frieda-Lotte Oesemann gewinnt in Halle/Saale den Preis der Elisabeth-Lebek-Stiftung
Zum 29. Mal fand vom 15.-17.06.2026 das Finale des Oberstufenwettbewerbs des Certamen Franckianum in Halle/Saale statt. Fünf Schülerinnen und zwei Schüler stellten zunächst einer Fachjury bestehend aus Kolleginnen und Kollegen von Schule und Hochschule Vorträge zu einem selbst gewählten Thema vor, um anschließend darüber mit der Jury ins kritische Gespräch zu kommen. Zudem hatten die Kandidatinnen und Kandidaten die Gelegenheit, sich in zwei Auswahlgesprächen für die Studienstiftung des Deutschen Volkes e.V. der Jury persönlich vorzustellen. Besonders beeindruckend war es zu hören und zu sehen, wie viele der jungen Leute sich aktiv, z.B. in der Hallianz Für Vielfalt, für die Demokratieförderung und somit vorbildlich für unsere Gesellschaft einsetzen.
Höchst abwechslungsreich waren die Fachthemen der Teilnehmenden. Diese referierten u.a. über die „Bellum-iustum-Lehre“ bei Caesar, Cicero und Erasmus von Rotterdam, das Frauenbild in der römischen Liebeselegie oder Shakespeare’s Brutusdarstellung als Tyrannenmörder in „Julius Caesar“ oder lieferten eine Analyse zu der Sprache in den Werken des Astronomen Johannes Kepler. Besonders zu überzeugen wusste Frieda-Lotte Oesemann vom Privat-Gymnasium Stendal. Für ihren Vortrag zum Thema „Panem et circenses – zwischen Kolosseum und Social Media“ Untertitel: „Wenn Demütigung zur Unterhaltung wird“ sowie ihre Leistungen in den Auswahlgesprächen wurde die Abiturientin mit dem 2. Platz und damit dem Preis der Elisabeth-Lebek-Stiftung „Lebendiges Latein“ e.V. prämiert.
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